Der AWO Kinderfonds ist ein gemeinsames Projekt der
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und des
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17.03.2010 16:09 Uhr

So jung und schon so pleite

Start für AWO Schülerwettbewerb “Ohne Moos nix los“

Start für den bundesweiten  AWO Schüler- und Jugendwettbewerb “Ohne Moos nix los“ in Sachsen-Anhalt: Am Donnerstag, den 4. März 2010, war in der Landesgeschäftsstelle der AWO in Magdeburg die Auftaktveranstaltung, in der sich die prominent besetzte Jury vorstellte und zur Teilnahme am Wettbewerb ermunterte.

Zum Wettbewerb:

Kinder und Jugendliche können ihre kreativen Beiträge zu Geld und Konsum, Schulden und Armut auf der Homepage www.awo-schuelerwettbewerb.org einstellen und attraktive Preise gewinnen. Die Texte oder Videos, Zeichnungen oder Collagen sollen ein heißes Thema aufgreifen: So vieles dreht sich auch in jungen Jahren schon ums Geld. Kinder und Jugendliche werden mit Werbung bombardiert und aufgestachelt in der Konkurrenz des Schönen Scheins - doch wer vermittelt ihnen das nötige Wissen im Umgang mit Geld und Konsumwünschen? So viele sind so jung und schon so pleite! So viele können nicht mithalten, weil ihre Familie arm ist!

Folgenden Themenbereiche gibt es:
1. Braucht man Geld zum Glücklich sein?
2. In-Sein und Dabei-Sein - wer manipuliert hier wen und wie?
3. Sparen oder Wohlstand auf Pump?
4. Wer planen kann, ist besser dran - aber wie geht`s?

Auf die besten Beiträge warten Preise im Wert von insgesamt über 45.000 Euro. Einsendeschluss ist der 30. Juni. Zur Jury, die die Arbeiten aus Sachsen-Anhalt bewerten, gehören Petra Grimm-Benne,  AWO Landesvorsitzende,  Jens Bullerjahn,  Minister der Finanzen Sachsen-Anhalt, Ralf Seibicke, Präsident Landesrechnungshof, Sven Kretzschmar, Finanzexperte Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, Jens Kutzler, AWO Schuldnerberatung, Klemens Gutmann, Präsident Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt sowie Victoria Fischer vom Landesschülerrat Sachsen-Anhalt.

Warum dieser Wettbewerb?

“Rund drei Millionen Haushalte in der Bundesrepublik sind überschuldet und Sachsen-Anhalt liegt dabei mit an der vordersten Position. Im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010 möchte die AWO die finanzielle Bildung von Schülerinnen und Schüler in den Fokus rücken“, so AWO Landesvorsitzende Petra Grimm-Benne.


“Die AWO Schuldnerberatungsstellen begleiten immer mehr Jugendliche, die in die Schuldenfalle geraten sind, zum Beispiel durch unbezahlte Handy- und Versandhandelsrechnungen, Kauf von Markenkleidung, Auszug aus dem Elternhaus, Autokauf oder Internet. Dabei wird deutlich, dass Kinder und Jugendliche häufig nicht die Gelegenheit haben, den kompetenten Umgang mit Geld zu erlernen,“ sagte Jens Kutzler von der AWO Schuldnerberatungsstelle Köthen.

Sven Kretzschmar von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, ergänzte: “Als Finanzexperte wird mir jeden Tag klar, wie wichtig es ist, dass Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern und Lehrer sich stärker mit diesem Thema auseinandersetzen. Fehlendes finanzielles Allgemeinwissen und nur zum Teil vorhandene Finanzkompetenz, zunehmende Komplexität von Finanzdienstleistungen, Produkt- und Tarifvielfalt, subtiles Marketing, unlauteres Anbieterverhalten sowie Einflüsse aus dem persönlichen Umfeld sind zunehmend Ursachen für falsche Entscheidungen, die zu Ver- und Überschuldung führen können. Der Schülerwettbewerb soll den Beteiligten, aber auch politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern Anstöße geben, sich noch mehr mit dieser Problematik zu befassen und die Finanzkompetenz aller zu verbessern. Ich freue mich auf viele neue Ideen und Anregungen, die auch wir bei unserer Arbeit berücksichtigen wollen.“

Jurymitglied Victoria Fischer vom Vorstand des Landesschülerrat pflichtete bei:
„Die Gier nach Reichtum und Wohlstand ummantelt uns mit Gleichgültigkeit. Wir als höchste Schülervertretung des Landes werden durch finanzielle Grenzen oft in der Ausübung unseres bildungspolitischen Engagements behindert. Dabei ist es gerade in der heutigen Zeit unabdingbar, in die Jugend, die Zukunft unserer Gesellschaft zu investieren. „

Finanzminister Jens Bullerjahn stellte fest: „Die beste Vorsorge gegen Armut und Verschuldung ist eine gute Bildung. Sie entscheidet über die Zukunft der Lebenswege junger Menschen. Sozialleistungen des Staates können allein ein hohes Lebensniveau nicht garantieren. Der Staat ist aber gefragt, flächendeckend die notwendige Infrastruktur für eine umfassende Schul- und Berufsausbildung zu schaffen. Hier kann sich Sachsen-Anhalt sehen lassen, denn für die Bildung geben wir mehr als ein Fünftel des gesamten Landeshaushaltes aus“.

“Hier geht es nicht um Kleingeld. Dies gilt im doppelten Sinne. Zum einen ist es wichtig und richtig, dass insbesondere für die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Zum anderen ist ein sorgsamer Umgang mit dem Geld wichtig, damit es für den richten Zweck eingesetzt wird“, erklärte Landesrechnungspräsident Ralf Seibicke.

Matthias Menger, Geschäftsführer Arbeitsgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt:
"Wirtschaftswissen und Finanzbildung ist unverzichtbar, um Jugendliche auf die Lebenspraxis und auf ihr späteres Berufsleben vorzubereiten und hilft ihnen, sachkundige Entscheidungen für die Gestaltung ihrer Berufs- und Lebenspläne zu treffen. Junge Menschen brauchen wirtschaftliche Kompetenzen, um sich sicher innerhalb unseres Wirtschaftssystems zu bewegen und sich der Konsequenzen ihres eigenen wirtschaftlichen Verhaltens bewusst sein. Der Schüler- und Jugendwettbewerb gibt hier Impulse, sich mit diesen wichtigen Themen auseinander zu setzen."

Die Jury wählt aus jeder Altersstufe (10-14, 15-17, 18-22 Jahre) die besten drei Beiträge aus. Von den Siegern der Bundesländer werden Ende 2010 die besten drei  Beiträge je Altersstufe ausgezeichnet. Auf Landesebene erhalten die Erstplatzierten 300 Euro, die Zweitplatzierten 250 Euro und die Drittplatzierten 200 Euro aus Mitteln des AWO Kinderfonds.

Begleitet wird der Wettbewerb durch die AWO Schuldnerberatungsstellen sowie die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, die den Schülerinnen und Schülern gern auf Anfrage Informationen zur Thematik „Schulden/Schuldenfalle“ in der Schule geben. Bei Interesse können sich die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer an folgende E-Mail-Adresse wenden: gemeinschaftsstiftung(at)AWO-LSA.de


Wir haben eine hochkarätig besetzte und fachlich versierte Jury, die die eingereichten Beiträge aus Sachsen-Anhalt bewerten wird. Dazu gehören Jens Bullerjahn, Minister der Finanzen Sachsen-Anhalt, und Landesrechnungshofpräsident Ralf Seibicke sowie Vertreter der Verbraucherzentrale und  AWO Schuldnerberatung, der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt sowie des  Landesschülerrates.